Traumatherapie

Traumatische Erlebnisse sind von außen kommende plötzliche Ereignisse wie Unfall, Naturkatastrophen, schwere Erkrankung des Kindes/Jugendlichen selbst oder eines nahen Familienmitglieds/Freundes, Mobbing, Verlust von Bindungen, Trennung, Scheidung oder von Menschen zugefügte Verletzungen wie Gewalt, sexuelle Übergriffe, Vernachlässigung. Sie passieren, und man kann vor ihnen nicht fliehen oder weglaufen.

75 % aller Menschen erleben irgendwann im Leben ein Trauma, aber nur ein Drittel entwickeln sogenannte Traumafolgestörungen wie: starke Ängste, Tics und Zwänge, Schlafstörungen, Alpträume, selbstzerstörerisches Verhalten wie Ritzen und Suchterkrankungen, Bulimie, Anorexie, Aggressionen, Gedächtnislücken und Unkonzentriertheit, abfallende Leistungen usw. Manchmal geben sich diese Probleme nach einigen Monaten, manchmal werden sie aber chronisch und werden zu sog. Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS).

Mein Kraftsymbol

Bevor ein Trauma bearbeitet werden kann muß das Kind/der Jugendliche und die Therapeutin eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut haben. In dieser ersten Phase der Psychotherapie geht es deswegen zunächst um Stabilisierung als erstem Ziel. Das sind dann häufig Übungen zur Stärkung des Selbstwertes (Sicherer Ort, Innerer Garten, Achtsamkeitsübungen L. Reddemann), Arbeit an den Ressourcen und Fähigkeiten und den Vorstellungen von Glück und Freude. In der Leichtigkeit und Stärke des therap. Spiels – z.B. im „so tun als ob“ der Spieltherapie – können die Kinder/Jugendlichen Sicherheit erfahren und spüren.

Auf diesem guten „Boden“ geht es dann im Durcharbeiten in der Traumatherapie darum, das Erlebte – aus der geschützten Sicht der heutigen Sicherheit – noch einmal anzusehen und die Gefühle von Angst, Panik, Bedrohung, Schmerz, die zum Schutz zumeist verdrängt wurden in der Sicherheit der therap. Beziehung durchzuarbeiten. Das Durcharbeiten geschieht mit Hilfe verschiedener Methoden (Sprache, Malen, Körperübungen, Rollenspiele, Sandspiel, Arbeit mit Symbolen und Imaginationen, EMDR etc.). Das Erlebte soll (idealerweise!) irgendwann integriert werden können. Manchmal ist jedoch schon viel erreicht, wenn die damit verbundenen Gefühle nicht mehr so schmerzhaft, die Ängste weniger, die Erinnerungen weniger belastend geworden sind.